Naturheilkunde & Körperarbeit

SOPHIE GRIMM

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  • Erkennen Sie den Blutegel?

    John Hamish Watson Sherlock Holmes und der rote Kreis

Sauger für die Gesundheit

Blutegel sind ca. 4cm lange zur Gattung der Gürtelwürmer gehörende Tiere. Seit über 3000 Jahren werden sie als Heilmittel verwendet. Sie werden an verschiedenen Stellen des Körpers angesetzt und verursachen dort Mini-Aderlässe von ca. 10ml Blut. Der Speichel der Blutegel enthält bis zu 100 wirksame Enzyme, darunter bekannte wie das Hirudin und das Eglin, die gerinnungshemmend, schmerzstillend, anti-entzündlich, antibiotisch, durchblutungs- und lymphflussfördernd wirken.

Anwendungsgebiete
  • Rheuma
  • Bluthochdruck
  • Gelenksbeschwerden (Arthrosen, Entzündungen, Zysten etc.)
  • Venöse Stauungen (Thrombose, Krampfadern)
  • Ödeme
  • Hämatome
  • Karbunkel, Furunkel, Zysten
  • Gichtanfälle
  • Borreliose
  • Zur Reinigung des Blutes
  • Zur Unterstützung der Organfunktionen, z.b. von Leber und Niere

Bei einer groß angelegten Studie der Abteilung von Prof. Michalsen am Immanuel-Krankenhaus in Berlin hat die Blutegel-Therapie bei Arthrose die besten Ergebnisse vor allen anderen Verfahren – naturheilkundlichen und schulmedizinischen – erzielt.

Kontraindikationen
  • Blutgerinnungsstörungen sowie Therapie mit Blutgerinnungshemmern wie Heparin, Marcumar und Aspirin
  • Fortgeschrittener Diabetes (Problem ist die sehr schlechte Wundheilung beim fortgeschrittenen Diabetes, die zu Infektionen und offenen Wunden, die nicht heilen, führen kann)
  • Allergie gegen das Sekret der Blutegel
  • Bluterkrankheit

Ablauf einer Behandlung

Pro Behandlung werden zwischen 4 und 8 Egeln gesetzt. Die Egel mögen keine starken Gerüche, daher ist es angebracht mindestens am Tag der Behandlung bis ein paar Tage davor keine Seifen, Duschgels oder Cremes an den entsprechenden Körperstellen zu benutzen.

Oft braucht es einige Zeit bis die Egel beißen. Sie reagieren stark auf Stress und brauchen daher unbedingt Ruhe. Wenn sie einmal angedockt sind, beißen sie ca. 30-60min. lang.

Danach blutet die Wunde bis zu 24 Std. nach. Das Nachbluten ist gut und Teil der Heilwirkung. Das Blut erneuert sich, das Gewebe wird gereinigt, entgiftet und entstaut.

Die Wunde wird frühestens nach 20min. (da das direkte Nachbluten von großer Bedeutung ist) mit einem großzügigen Verband versorgt, der mindestens einmal gewechselt wird. Nach einem Tag reicht dann ein Pflaster. Die übliche leicht dunkle Verfärbung der Bisstelle verblasst i.d.R. nach ein paar Wochen.

Insgesamt dauert die Behandlung meist zwischen zwei oder drei Stunden, je nachdem wie viele Egel gesetzt werden.